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Herzmenschen

Es gibt Menschen, die treten in unser Leben und berühren uns ganz tief in den verwinkelsten Ecken unseres Herzens. Und wenn wir Glück haben, dann bleiben sie ein Teil unseres Lebens. Wenn nicht, dann können wir nur hoffen, dass unser Herz sie eines Tages wieder "vergisst".
Ich glaube, es gibt Menschen, die unser Herz wieder vergessen kann. Diese Menschen haben uns aber nicht wirklich berührt. Nicht tief genug. Nur die Oberfläche gestreift. Ja, ich glaube, solche Menschen kann unser Herz wieder vergessen.
Schwieriger wird es bei den Menschen, die einen ganz besonderen Platz in unserem Herzen eingenommen haben. Vielleicht werden sie zu einem, im Laufe der Zeit, immer mehr verblassenden Schatten, aber sie werden niemals aus uns verschwinden. Sie bleiben ein Teil unseres Herzens. Ob wir wollen oder nicht.

Nicht oft trifft man auf Menschen, die einem sehr wichtig werden. Ich meine so wichtig, dass man sie gern um jeden Preis in seinem Leben behalten möchte. 
In meinem Falle beruht das sehr oft auf Einseitigkeit. Leider. Aber hey, man gewöhnt sich daran.
Ich mag es Menschen wissen zu lassen, dass ich sie schätze und gern habe. Einfach weil ich weiß, wie es ist, wenn man nur bedingt geschätzt wird. Ich bemühe mich gern um Menschen, wenn ich merke, sie sind es wert.
Aber was macht man, wenn man merkt, dass all seine Bemühungen nicht das bewirken, was man sich erhofft beziehungsweise wünscht?
Was erhoffe beziehungsweise wünsche ich mir denn? Ich wünschte, ich wäre diesen Menschen nicht so gleichgültig. Ich wünschte, auch jemand wie ich, hätte einen winzig kleinen Platz im Leben dieser Menschen. Ja, aus tiefstem Herzen. Nicht mehr und nicht weniger.
Manch einer würde wohl jetzt sagen: Lass sie gehen. Ich habe es in Betracht gezogen. Doch sind wir mal ehrlich, wie schnell wird heutzutage losgelassen? Außerdem ist dieses Gefühl vom losgelassen werden, grausam. Also halte ich länger an Menschen fest, als mir guttut. Und vielleicht, weil ich Hoffnung darauf habe, dass einer dieser Menschen sich doch irgendwann dazu entschließt zu bleiben.
Ich glaube, auch das ist Liebe. Nur auf einer anderen Ebene. Vielleicht auf einer komplizierteren Ebene.

Ich befürchte, ich konnte meine Gedanken zu diesem Thema nicht so in Worte fassen, wie ich es gern wollte. Meine Gefühle im Bezug auf solche Menschen bringen mich durcheinander. Sie verwirren mich. Es ist ein Thema, was mir wahnsinnig am Herzen liegt.
Für den Einen oder Anderen hat wahrscheinlich keiner dieser beiden Texte etwas miteinander zu tun. Muss es auch nicht.
Gedanken ergeben nur sehr selten einen Sinn. Genauso Gefühle.
Vielleicht überrascht mich ja der ein oder andere Leser und liest zwischen den Zeilen und weiß womit ich hadere, was ich empfinde...


19.6.16 15:08


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Essen/essen

Heute war einer dieser klaren Tage. Ein Tag, an dem ich darüber schreiben kann. Morgen kann das schon wieder ganz anders aussehen. An einem anderen Tag, wo ich das Problem nicht so klar und deutlich sehe, hätte ich darüber mit Sicherheit nicht geschrieben.
Ich schreibe das hier nieder, um es irgendwie loszuwerden. Für einen Moment jedenfalls. Es aufzuschreiben ist leichter, als es auszusprechen oder besser gesagt darüber zu reden.

Essen/essen. Zwei Worte, die mir seit einiger Zeit großes Unbehagen bereiten. Essen zu sehen, daran zu denken oder darüber zu reden (wenn ich es soweit kommen lasse) löst ein beklemmendes Gefühl in mir aus.

Solange wie ich denken kann, konnte ich mich noch nie richtig leiden. Mit meinem Aussehen war ich schon immer, auch als Kind, unzufrieden. Als Mädchen vergleicht man sich schon sehr früh mit anderen Mädchen. 
Figurprobleme hatte ich nie. Ich war eigentlich sogar immer sehr schlank, aber nicht krankhaft schlank, nein. Ich habe sogar sehr gern und viel gegessen. Und trotzdem musste ich mir dumme Kommentare anhören. Aber wer kennt das nicht?!
Ich war nie der Typ Mädchen auf den Jungs standen. Das bin ich bis heute nicht. Und so etwas registriert man als Mädchen sehr genau. Vor allem, wenn du ein Mädchen mit geringem Selbstbewusstsein bist. 
Es gab aber auch eine Zeit, in der ich mich selbstbewusst gefühlt habe. Meine erste Beziehung hat mir damals sehr viel Kraft gegeben. Es gab tatsächlich Jemanden, der mich so liebte, begehrte und wollte, wie ich war. Ja, in dieser Zeit habe ich mich zum ersten Mal so richtig selbstbewusst gefühlt. Es war toll. Aber als die Beziehung vorüber war, war es, als hätte er mein gesamtes Selbstbewusstsein mit sich genommen. Nichts war mehr übrig.
Natürlich gelang es dem Einen oder Anderen im Laufe der Zeit wieder etwas Selbstbewusstsein in mir aufflackern zu lassen, doch mit jeder Enttäuschung sackte auch das wieder in sich zusammen. Man sucht ja Fehler. An sich. Man fragt sich, warum es nicht funktioniert hat. Warum man wieder nicht gut genug war.
Und wenn man so will, sind das vielleicht alles Gründe dafür, warum ich es soweit hab kommen lassen, dass ich mich auf mein Äußeres reduziere. In Zeiten von Instagram, wo nur Likes und Follower ausschlaggebend sind, zählen innere Werte nichts mehr. Es wird anhand von durchtrainierten Bodys, über schöne Brüste, dünne Beine, schöne lange Haare etc. entschieden, ob du ein schöner Mensch bist. So scheint es jedenfalls oft. Sehr oft sogar. Ich gebe zu, dass ich mich auch sehr oft dabei ertappe, wie mies ich mich wieder fühle, wenn ich ein wesentlich schöneres Mädchen sehe, als ich es bin. Ich vergleiche mich. Obwohl ich das nicht tun sollte. Zumal ich eben schon erwähnt habe, wie oberflächlich das ist...
All die Eigenschaften, die andere Menschen so an mir schätzen und ich auch selbst an mir geschätzt habe, sind für mich zu großen Schwächen geworden.
Aber was hat das jetzt noch mit dem Thema zu tun? Eine ganze Menge.
Schönheitsideale umgeben uns überall. Wir werden immer und zu jeder Zeit damit konfrontiert. Und man vergleicht sich. Unbewusst. Und im Laufe der Zeit verändert man sich natürlich auch.

Wie schon erwähnt hatte ich nie Figurprobleme. Ich war immer laut Anderer: Schlank. Ich hingegen empfand mich eher als: Normal, Durchschnittlich. Und ich fühlte mich nie so wirklich wohl in meiner Haut. Auch jetzt nicht.
Ich fühlte mich nicht wohl, so wie ich war. Instagramfotos und Werbung mit schlanken oder dünnen Frauen verschlimmerten dieses Gefühl zunehmend.
In mir tobte ein innerer Kampf zwischen gesundem Menschenverstand und Naivität (so würde ich das nennen). Die Naivität gewann.
Und zum ersten Mal kam es zu einem Machtkampf in mir, wo es darum ging meinem Hungergefühl nachzugeben oder zu ignorieren. Ziel war es natürlich die Kontrolle über mich selbst zu bekommen und nicht andersrum. Ich wollte nicht mehr von meinem Körper kontrolliert werden. Jetzt wollte ich die Kontrolle.
Diese Machtkämpfe wurden im Laufe der Zeit Routine. Jeden Tag dasselbe Spiel.
Ich begann mir genau zu überlegen WANN ich etwas esse, WIE OFT ich etwas esse, WAS ich esse, WIEVIEL ich esse etc.
Wenn ich doch mal etwas mehr, als mir lieb war, gegessen habe und mich das schlechte Gewissen plagte, "bestrafte" ich mich am nächsten Tag damit, weniger zu essen. Man sagte immer häufiger "Nein." zum Essen oder "Danke, ich hab keinen Hunger.".
Ich hatte die Kontrolle über mich. Voll und ganz
Mein Körpergefühl ist mir zum jetzigen Zeitpunkt völlig verloren gegangen. Essen hat keinen Reiz mehr. Genießen kann ich es schon lange nicht mehr.
Um den Schein zu wahren, isst man mit den Anderen mit, wenn es sein muss. Hinterher fühlt man sich einfach nur eklig. Nein, ich stecke mir keinen Finger in den Hals. Wäre aber manchmal die einfachere Möglichkeit, um das Gefühl, was ich nach dem Essen verspüre, zu beseitigen.
Essen ist zu einem sensiblen Thema geworden und wenn ich meine Gedanken, die ich hier gerade niedergeschrieben habe, noch einmal überlese, dann weiß ich auch wieso... 

An diesem Punkt, wo ich mir gerade versuche einzugestehen, dass da vielleicht irgendwas nicht in Ordnung ist, stehe ich erst seit kurzem. Momentan sind es vereinzelte Tage. Die Einsicht ist noch recht verschwommen. Nicht klar und deutlich und nicht beständig. Aber ich glaube, dass muss sie sein, wenn ich ernsthaft darüber nachdenke mir Hilfe zu suchen.

19.6.16 11:52


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