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Alte Muster Part II

Vor zwei Tagen schrieb ich über alte Muster und hatte die Hoffnung, wenn es erst einmal raus ist, wie ich mich gefühlt habe, als mich wieder der Drang zum Selbstverletzen überkam, dann würde das schon wieder gehen. Besser gehen, als wenn ich nichts getan hätte. Irrtum. Ein ganz großer sogar. Wie ich die vergangenen Tage merken musste. Und ich fürchte so schnell wird sich das nicht ändern, bessern. Und das macht mir Angst. Eine wahnsinnige scheiß Angst.

Zurzeit häufen sich Informationen über geliebte Menschen, die ich in meiner momentanen Verfassung besser nicht erfahren hätte sollen. Sie machen es nicht leichter. Natürlich nicht. Sie verschlimmern das alles nur noch. Jeden weiteren Tag habe ich mehr und mehr Angst wieder rückfällig zu werden. Die Gedanken daran werden immer aufdringlicher, rücken immer mehr in den Vordergrund. So habe ich mir das nicht vorgestellt, nein, so ganz und gar nicht.
Im Moment kämpfe ich. Wieder. Seit drei Tagen. Und wenn ich ehrlich sein soll, ich bin schon jetzt müde davon...
Es ist so unendlich ermüdend immer stark sein zu müssen, kämpfen zu müssen.
Ich versuche mir immer und immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, wie lange ich es jetzt schon ohne geschafft habe, aber ich befürchte, dass mich das nicht ewig aufhalten wird. Irgendwann werde ich schwach. Ganz bestimmt. Denn wer hat schon unendliche Kraft sowas auszuhalten, zu ertragen? Richtig, niemand. Jeder Mensch wird irgendwann einmal müde. Totsterbensmüde.

Worüber ich vor zwei Tagen nicht geschrieben habe, waren die Gedanken vom sterben. Aber eigentlich waren es nicht einmal nur Gedanken. Dahinter stand ein Wunsch.
"Kann mich jetzt bitte einfach ein Auto überfahren?" oder "Ich möchte einfach einschlafen und nie wieder aufwachen." oder oder oder.
In all der Zeit des selbstverletzens war ich erstaunlicherweise nie suizidgefährdet. Ich habe viel darüber nachgedacht, ja. Also über den Tod und wie es wohl ist zu sterben, aber nie habe ich einen Versuch unternommen. Anscheinend war es mir wohl nicht "ernst" genug...

22 Monate. Das sage ich mir immer wieder. Wie ein Mantra. Und doch habe ich das Gefühl immer mehr und mehr zu verzweifeln, weil ich einfach nicht mehr weiß wohin mit all meinen Gefühlen und Emotionen. Mit mir.

»Jetzt ein paar Schnitte hier und ein paar da und dabei zusehen wie das dunkelrote Blut sich seinen Weg aus den Wunden bahnt. Langsam. Jeder Schnitt fühlt sich wie eine Erleichterung an. Als würde eine tonnenschwere Last von dir abfallen. Mit jedem Schnitt wird es leichter. Du fühlst dich befreiter. Du fühlst keinen Schmerz. Je länger du dir dabei zusiehst, wie das Blut aus dir herausströmt, desto mehr hast du das Gefühl, dass die Gefühle, die dich zu ersticken gedroht haben mit hinausfließen.«

Es erdrückt mich. Ich kann kaum atmen.
Es erdrückt mich, dass ich jemanden liebe, der mich nicht liebt und niemals lieben wird.
Ich fühle mich so verloren.
Ich weiß ganz genau, dass wenn ich jetzt gehen würde, mich niemand vermissen würde. Ich würde es zu gern ausprobieren, nur um zu sehen, wer zu meiner Beerdigung kommen würde. Wohl niemand von dem ich es mir gewünscht hätte. "Kein Grund zu bleiben ist ein guter Grund zu gehen.". Oder so.

Ich hadere mit mir. Sehr. Mein innerer Konflikt ist kaum zu ertragen.
Was mich selbst so entsetzt, ist die Tatsache, dass ich von einer Sucht in die nächste gerutscht bin und von heute auf morgen an einen Punkt gekommen bin, wo ich mit beiden Problemen zur selben Zeit zu kämpfen habe. Das überfordert mich. Alles.
Ich fühle mich schwach. Und bin doch (noch) stark genug, um es auszuhalten.

Ich dreh mich im Kreis. Es ergibt nichts Sinn. Genauso wenig wie ich Sinn ergebe.
8.7.16 23:21
 
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